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Ein herzliches Dankeschön

für die Unterstützung im Jahr 2011. Durch das Engagement der ganzen Schulgemeinde des Ernst-Kalkuhl-Gymnasiums konnten fast 20.000 € für die Fortsetzung der Arbeit nach Haiti überwiesen werden. Was sich dort tut und in der letzten Zeit getan hat, können Sie im folgenden Bericht von Marie-Josée Franz nachlesen.

 

Zu Besuch in der Slumschule in Cap Haitien  

Vor kurzem habe ich während eines dreiwöchigen Aufenthalts in Haiti die von "action five"* und "INTEGER e. V." unterstützte Slumschule und das Waisenhaus in Cap Haitien im Norden der Insel besucht. 

 Ich habe von dem Schulalltag dort einen positiven Eindruck gewonnen. Die Schule will jetzt ihr Angebot erweitern und die Schüler/innen bis zur mittleren Reife („brevet“) führen. In diesem Jahr sind die ersten Klassen des zweiten Schulabschnitts („secondaire“) entstanden, was der 6. und 7. Klasse des deutschen Schulsystems entspricht. Diese Erweiterung des Schulangebots mit der Beschäftigung weiteren Lehrpersonals ist der Unterstützung durch die Spenden zu danken.

Zurzeit besuchen 472 Schüler die Schule, davon 225 Mädchen und 218 Jungen. Diese regulären Schüler besuchen die Schule bis 1 Uhr mittags. Nachmittags bietet die Schule Unterricht für so genannte „restavek“ Kinder an. Das sind Kinder, die von ihren Eltern an Familien abgegeben wurden, um dort für Essen und Wohnen häufig schwere Hausarbeit zu leisten. Drei Klassen bieten durch Nachmittagsunterricht auch für solche Kinder eine Aussicht auf Schulbildung.

Gegenwärtig werden neue Toiletten und eine Kantine mit Spenden gebaut, die von der Fondation Mérieux in Frankreich kamen, aber es gibt immer noch keine funktionierende Versorgung mit Wasser und Strom. Da die Kantine noch nicht fertig ist, müssen die Kinder ihre Mahlzeiten in den Klassenräumen oder bei schönem Wetter im Schulhof einnehmen. Die Nahrung besteht nach wie vor überwiegend aus Reis und Bohnen, es fehlt an Früchten und weiteren Gemüsesorten sowie an tierischen Produkten. Hier versucht die Schulverwaltung in Eigeninitiative Abhilfe zu beschaffen, indem 500 Hühner für die Fleischproduktion und 90 Legehennen für die Produktion von Eiern gehalten werden, wovon zunächst die Waisenkinder versorgt werden. Das Hühnerfleisch und die Eier dienen nicht nur dem Eigenbedarf, sondern werden auch verkauft.

 

 

Die Kinder des Waisenhauses können so einmal pro Woche Hühnerfleisch und zweimal Eier essen. Die Eigenproduktion von Nahrungsmitteln soll noch durch die Zucht von Ziegen und selbst gezogenem Gemüse und Früchten auf einem dafür angelegten Feld erweitert werden. Die Bilder des täglichen Kampfes für die Sicherung der Ernährung dort standen für mich in starkem Kontrast zu dem Vorweihnachtswirbel in Deutschland, wo alles im Überfluss vorhanden ist.

 Die Kinder des Waisenhauses wachsen behütet und versorgt auf. Während meines Aufenthalts stieg ihre Zahl von 90 auf 91, als ein Mann ein etwa fünfjähriges Kind, Angelo, mit seiner Geburtsurkunde einfach zurückließ. Die Leitung des Waisenhauses würde gern mehr und besser qualifiziertes Betreuungspersonal einstellen, was aber zurzeit an den dafür fehlenden Mitteln scheitert.

Es wäre wünschenswert, wenn die kleinen Kinder des Kindergartens einen eigenen Spielbereich hätten und nicht in den Klassenräumen der Schule spielen müssten. Ebenfalls müssten Räume geschaffen werden, in denen eine Nachmittagsbetreuung der Schüler stattfinden und eine Bibliothek mit Unterhaltungs- und Sachbüchern für alle Alterstufen eingerichtet werden könnte.

Ich habe bei meinem Besuch auch einige ehemalige Schüler und Schülerinnen treffen können, die bei der Gründung der Schule 2001 eingetreten waren. Diese sind nun junge Leute die das Gymnasium besuchen, um das Abitur zu machen, oder einen handwerklichen Beruf erlernen. Ohne die Ecole de la Medaille Miraculeuse wären die Entwicklungen dieser aus armen Verhältnissen stammenden Kinder nur unrealistische Träume gewesen.

 

Ich wünsche allen Spendern, die diese Schule und das Waisenhaus in Haiti mit ihren Spenden unterstützt haben, ein frohes Wehnachtsfest 2011 und ein gutes Jahr 2012. Im Namen all der Kinder, deren Leben sich dank Ihrer Spende so grundlegend ändern konnte, sage ich Ihnen ein großes Dankeschön und bitte Sie, dem Projekt treu zu bleiben, denn jedes Kind lohnt die Mühe.

Marie-Josée Franz

 

*Der Bonner Verein "action five" organisiert die sachgemäße Verwendung der Spenden vor Ort.

 

 

 
 
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